Am 13.11.2014 hat das Paul-Gerhardt-Gymnasium (PGG) in Gräfenhainichen (GHC) wieder einen Tag der Technik (TdT) unter dem Motto „Technische Berufe gestern-heute-morgen“ durchgeführt. An diesem Tag haben sich die Schüler aller Jahrgangsstufen mit einem entsprechenden Berufsbild beschäftigt. Die Auswahl technischer Berufe wurde durch die Lehrkräfte aus den naturwissenschaftlichen Fächern in Affinität zu ihrem Fach gelenkt.

b_300_225_0_00_images_stories_2014_Ausgabe_5-2014_DSC03448.JPGSo wählten die Biologielehrkräfte die Berufe Müller, Bäcker und Imker, die Chemielehrkräfte den Seifenmacher und den Wasserwerker, die Physiklehrkräfte den Musikinstrumentenbauer und den Nachrichtenübermittler gestern und heute. Zu allen Berufsgruppen mussten repräsentative Produkte gefertigt werden wie das Insektenhotel, Musikinstrumente, Kuchen, Seife, oder Zeigertelegraph, um nur eine Auswahl zu nennen.

Für die 11. Klassenstufe wurden Betriebsbesuche vorgesehen. Diese sollten den Schülern spezielle interne Arbeitsplatzeinblicke ermöglichen, um dadurch Anregungen und Hinweise zur anstehenden Berufswahl zu geben oder Interesse zu wecken. Entsprechend des gesellschaftlichen Bildungsauftrages eines Gymnasiums war daher auf die akademischen Berufe zu orientieren.

Akademische Berufe erwirbt man bekanntlich durch ein Studium, zu dem das bestandene Abitur des Gymnasiums berechtigt. Unter Hinweis auf die Orientierung dieser Schule als MINT-Schule sollte vorwiegend auf naturwissenschaftliche und ingenieurtechnische Berufe und Studienrichtungen hingewiesen werden. Da das örtliche Wirtschaftspotential in Wittenberg (WB) dazu besser geeignet ist als in GHC hat sich die Bezirksgruppe (BG) WB des VDI Halle der Aufgabe gestellt, diese Betriebsbesuche zum TdT in WB zu organisieren und gemeinsam mit der Schule durchzuführen.

Mit ca. 25 Betrieben und Institutionen wurde recherchiert, gesprochen und Möglichkeiten ausgewertet, wie und ob eine studienorientierte Darstellung von ausgesuchten Berufen an entsprechenden Arbeitsplätzen sinnvoll und möglich ist. Im Ergebnis wurden 15 Betriebe und Institutionen in WB gewonnen, die den Schülern die Vielfalt technischer Berufe näher brachten. Damit waren folgende Industriebranchen/Wirtschaftszweige vertreten: Chemie, Maschinenbau, Fahrzeugbau, Mechatronik, Energietechnik, Hochbau, Öffentlicher Dienst. Der Tatsache Rechnung tragend, daß nicht alle Schüler technisch interessiert sind, wurden absprachegemäß 2 Schülergruppen vorgesehen und ergaben sich wie folgt;

Gruppe 1 = technisch orientiert mit 49 Schülerplätzen (Ing.-ArPl.)
Gruppe 2 = technisch nicht orientiert 40 Schülerplätze (allg.-inform. Führung)

Die Klassenstufe 11 umfasst derzeit 78 Schülerinnen + Schüler. Die Überzahl an 11 Schülerplätzen gegenüber der Schülerzahl gestattete, den Schülern eine gewisse Auswahlfreiheit zu geben.

Das logistische Problem wurde wie folgt erfolgreich gelöst: Zwischen GHC und WB wurde aus Kostengründen die DB gewählt, wobei der VDI die Kosten spendierte. Die Verteilung der 70 angereisten Schüler auf die 15 Betriebe in WB wurde mit 2 Bussen und der Bereitschaft der Betriebe zum Einsatz des betrieblichen Fuhrparkes inclusive Kostenübernahme gestemmt.

Überhaupt muss die große Bereitschaft der Wittenberger Betriebe zur Mitwirkung an diesem TdT in materieller und finanzieller Hinsicht hervorgehoben werden und kann nicht genug gelobt werden. Dies brachten auch die Schüler bei ihrer abschließenden Befragung mittels eines Fragebogens so zum Ausdruck.

Das Schülerpotential dieser 11. Klassenstufe dieses Gymnasiums konnte aber die begründeten Erwartungen der Betriebe nicht erfüllen. Nur ca. 30 % der Schüler gaben an, „sehr stark“ oder „stark“ einen naturwissenschaftlichen /ingenieurtechnischen Studiengang anzustreben.

Schlussfolgerung für die VDI-BG Wittenberg ist, sich auch in Zukunft weiterhin um die Berufswerbung des ingenieurtechnischen Nachwuchses vor Ort zu kümmern.

Dipl.-Ing. Rainer Wäntig
Bezirksgruppe Wittenberg

in Zusammenarbeit mit Prof. Elke Hartmann
AK Technik und Bildung