Rund um das Thema Energieeffizienz ging es am 26. Juni 2014 bei einem Workshop, den die Thüringer Energie- und GreenTech-Agentur (ThEGA) in Erfurt durchführte. Für die Unternehmen in Mitteldeutschland wird die Frage, wie Energie und damit verbundene Kosten reduziert werden können, immer wichtiger. 66 Unternehmer nahmen an der Veranstaltung teil, die den Besuchern die Möglichkeit eröffnete, Best-Practice-Beispiele kennen zu lernen, Informationen und Tipps für die Umsetzung von Maßnahmen der Energieeffizienz zu erlangen und in einen direkten Erfahrungsaustausch einzutreten.

b_220_146_0_00_images_stories_2014_Ausgabe_4-2014_vdi9_3927x53b2b53688c.jpg „Die Potenziale zum Einsparen von Energie in Thüringer Unternehmen sind beträchtlich“, erläuterte Axel Wipprecht, Projektleiter GreenTech bei der ThEGA, im Rahmen der Tagung. „Leider stehen wir noch am Anfang, Energiemanagementsysteme umfassend in der Breite einzuführen. Veranstaltungen wie unser aktueller Workshop sollen helfen, Wissenslücken zu schließen und die Entscheider für Lösungsoptionen zu sensibilisieren.“

Einen inhaltlichen Schwerpunkt bildete der webbasierte Leitfaden zur Einführung eines Energiemanagementsystemes mod.EEM, welches Unternehmer dabei unterstützt, ein umfassendes Energiemanagement aufzubauen. mod.EEM steht für „modulares EnergieEffizienzManagement“. Das Tool zeigt auf, wie Entscheider in Firmen ihre Energieverbräuche sinnvoll erfassen und daraus Maßnahmen ableiten können, so dass sie ihren Verbrauch effizient gestalten und Kosten einsparen. Im Rahmen des Workshops war dieses Thema vor allem für Unternehmer aus dem produzierenden Gewerbe interessant, da diese in der Regel hohe Energiekosten haben und zusätzlich von den Regelungen zum Spitzensteuerausgleich profitieren.

b_220_146_0_00_images_stories_2014_Ausgabe_4-2014_vdi9_3933x53b2b539d3c.jpgDie Fokussierung auf das Thema „Branchenübergreifende Energieeffizienzmaßnahmen – am Beispiel der Lebensmittelindustrie“ sollte den Experten in der Breite anwendbare Maßnahmen vorstellen, um quer über Branchen Energieeffizienz-Potentiale in den Unternehmen zu heben. Anhand konkreter Vorhaben in der Lebensmittelindustrie wurde methodisch vorgestellt, wie Unternehmen Energie sparen können. Dies zeigten in diesem Zusammenhang speziell die HERZGUT Landmolkerei am Beispiel ihrer Optimierung wesentlicher Wärmeverbraucher sowie die riha WeserGold Getränke GmbH & Co. KG anhand ihrer Einführung eines Betriebsdatenerfassungssystem für Energie-, Prozess- und Verbrauchsdaten sehr anschaulich auf. „Unternehmer haben Erfolg, wenn sie die Energieflüsse in ihrem Unternehmen intensiv messen und letztlich dafür sorgen, dass die richtige Energiemenge zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist“, so Axel Wipprecht abschließend. „Die Investitionen in intelligente Mess- und Managementsysteme zur Optimierung der Energieprozesse sind die Grundlage für die Umsetzung von Projekten und stehen in einem äußerst positiven Aufwand-Nutzen-Verhältnis – auf einer gesicherten und umfassenden Datengrundlage können Unternehmer so mittel- und langfristig erhebliche Einsparungen realisieren, die ihnen helfen, sich weiterhin im Wettbewerb zu behaupten.“


Prof. Dieter Sell
Leiter der Thüringer Energie- und GreenTech-Agentur (ThEGA)