Dieser Aufgabe begann sich ein ehrenamtliches Team, organisiert im Verein Deutscher Ingenieure, gemeinsam mit Ehepartnern und Freunden aus dem Burgenlandkreis im Mai 2013 zu stellen.
Unterstützt durch die RWE Stiftung „COMPANIUS“ und enviaM organisierten wir gemeinsam mit der Naumburger Kindereinrichtung „DomStifte“ das Projekt „Menschen vor Ort – Kinder mit Zukunft – Lernen, Spaß und Selbstfindung in der Welt der Naturwissenschaften und Technik“,
 
  • um Kinder für Technik zu interessieren,
  • dabei besondere Talente und Fähigkeiten früh zu erkennen und zu fördern,
  • einen bewussteren Umganges mit Umwelt- und Energieressourcen zu erklären,
  • das Interesse der Eltern an unserer Facharbeit zu wecken,
  • und nicht zuletzt am Spaß an der Arbeit mit Kindern, denn viele von uns sind inzwischen Großeltern.

Im September 2013 haben wir das Projekt den Eltern vorgestellt und nach deren Zustimmung mit der Arbeit begonnen. Feste Spielregeln waren dabei:
 
  • altersgerechte Inhalte und Aufgaben für 3-4, 5-6, 7-8, und 9-11 jährige zu finden.
  • keinen Leistungsdruck unter den Kindern aufzubauen,
  • auf Wünsche und Neigungen einzugehen,
  • die pädagogische Betreuung durch die Erzieherinnen und Erzieher sowie den Gesundheits- und Unfallschutzes zu gewährleisten,
  • die freiwillige Teilnahme der Kinder und die Zustimmung der Eltern,
  • die Organisation eigenständiger Veranstaltungen, d. h. keine Aufbaukurse,

In 6 Themen-Etappen mit insgesamt 35 Veranstaltungen wurde das Projekt durchgeführt. Die Kinder freuten sich auf jeden Nachmittag und arbeiteten bei allen Themen aktiv mit:

  • Was kann der Wind – dabei wurden verschiedenste Windräder gebaut.
  • Was ist Wärme – vor Weihnachten wurden dazu Plätzchen gebacken.
  • Was ist Strom – es wurden Kartoffelbatterien und der Faradaysche Motor gebaut.
  • Was ist Elektrizität – ein Piratenschatz wurde hergestellt (elektrolytische Korrosion)
  • Was kann das Wasser – es wurden Wasserräder gebaut und eine Exkursion führte zu den Wassermühlen im Kroppental.
  • Was kann die Sonne – jeder konnte sich einen „solaren Fingerwärmer“ bauen, die Hortkinder zudem Solarboote.

Teile des Projektes wurden auch in der Winterferienaktion des Architektur- und Umwelthauses Naumburg mit Schülern aus Schulen des BLK gezeigt.

Höhepunkt und Abschluss des Projektes war eine VDI-Exkursion unter Teilnahme aktiver Kindern mit ihren Eltern oder Großeltern in die Partnerstadt Aachen, vom 28.08 bis 31.08. 2014.

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Die Teilnahme der Kinder war kostenlos und wurde über den Projektsponsor sowie Spenden vom Landrat des Burgenlandkreises, dem Naumburger Oberbürgermeister und Privatpersonen finanziert.

Begrüßt wurden wir im Institut für Getriebetechnik und Maschinendynamik der RWTH Aachen, durch seinen Leiter Prof. Dr.-Ing. Burkhard Corves, den Geschäftsführer des Aachener VDI, Herrn Dipl.-Wirt.-Ing. Christian Büscher, Mitarbeiter und Studenten sowie viele, uns seit Jahren bekannte Aachener VDI Mitglieder mit ihren Familien. Gemeinsam erfolgte ein reger Gedankenaustausch. Studenten führten die Kinder durch die interessanten Institutsräume, andere hatten einen schmackhaften Grillabend vorbereitet. Der Freitag stand im Zeichen der Robotertechnik. Wir wurden im Technologiezentrum am Europaplatz durch M.A. Kadir Yilanci und seine Mitstreiter am Institut für Unternehmenskybernetik begrüßt, zu dem die Schülerlabore RoboScope und InfoSphere an der RWTH Aachen gehören. Sie gaben einen spannenden Einblick in die Welt der Robotik und Informatik.

Ziel der RWTH Education Labs ist es, das Interesse von Schülerinnen und Schülern für technische und naturwissenschaftliche Themen zu wecken, Berührungsängste in Bezug auf die MINT-Disziplinen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft & Technik) abzubauen und faszinierende Tätigkeitsfelder im Ingenieur- und naturwissenschaftlichen Bereich aufzuzeigen.

Im Mittelpunkt des Vormittags stand die eigenverantwortliche, spielerische und experimentelle Lösung eines praxisnahen Experimentes in kleinen Teams. So wurden nach einer Einführung in die Robotik durch die Mitarbeiter Marie und Leo mittels Lego-Mindstorms-Baukästen und PC Klapperschlangen gebaut, entsprechend naturgetreu programmiert, so das mittels Sensoren und Motoren sowohl das Klappern als auch das Zubeißen der Roboterschlange möglich war. Das Thema ging den Kids locker und voller Begeisterung von der Hand.

Am Nachmittag gab es eine „Technische Stadtführung für Kinder“, organisiert vom Aachener VDIni-Club unter Leitung von Herrn Dr.-Ing. Johannes Mandelartz. Während des Rundganges erzählte die Stadtführerin Ulla Borsch interessantes aus der Aachener Stadtgeschichte und es gab typische Kleinigkeiten, die einen Bezug zur Stadt haben, wie z. B.
 
  • einen Becher zum Probieren des Thermalwassers,
  • eine Aachener Printe,
  • einen Plan der Aachener Kaiserpfalz zum Ausmalen,
  • einen Stolberger Druckknopf und anderes.

Viele Erwachsene, die erstmals in Aachen weilten, folgten der Entdeckungsreise der Kinder durch Aachen, andere nutzten die Zeit, um sich in den Ausstellungen Macht – Kunst – Schätze im Karlsjahr 2014 umzusehen.

Am Samstag ging die Fahrt zum Continium, die Erfinderfabrik in Kerkrade. Die angehenden Chemiker unter den Kids ließen sich in die Geheimnisse der Seifenfertigung einweihen. Andere stellten sich einen solarbetriebenen Ventilator für heiße Tage her. Anschließend besuchten wir den mit 323 m höchstgelegenen Punkt der Niederlande, wo Belgien, Deutschland und die Niederlande zusammen treffen. Neben attraktiven Wanderrouten gibt es hier verschiedene Aussichtstürme, einen großen Spielplatz mit Picknickwiese sowie das bekannte Dreiländerlabyrinth. Pitschnass, weil am Ende des Labyrinths einige Wasserfontänen zu überwinden waren, aber glücklich, wurde auch das geschafft.

Am Sonntag nach dem Frühstück musste leider schon wieder die Heimreise angetreten werden. Aachen verabschiedete sich wie so oft mit „Tränen“, es regnete in Strömen.

In der Nachbetrachtung mit der Kindereinrichtung „DomStifte“, den Eltern sowie dem Architektur- und Umwelthaus Naumburg geht es uns nun darum, das Projekt auszuwerten und Schlussfolgerungen für die weitere technische Beschäftigung mit Kindern im Burgenlandkreis zu ziehen.

Dank gab es aber schon, sowohl von den Kindern als auch der Leitung der „DomStifte“. Die Kinder überreichten uns eine große Wandzeitung mit Bildern und Texten zum Projektverlauf sowie eine Urkunde mit einem „Loblied auf den Ingenieur“ welches bei enviaM einen Ehrenplatz erhält. Frau Krug verwöhnte die aktiven Mitstreiter des Projektes mit ausgesuchten Aachener Leckereien, zusammengestellt in einem großen Präsentkorb.


Dieter Gödicke
Bezirksgruppe Burgenlandkreis im Halleschen BV des VDI