4. Photovoltaik-Symposium in Bitterfeld-Wolfen – Ein „Ja“ zur deutschen Photovoltaik-Industrie

b_113_150_0_00_images_stories_Bild_1.JPGBereits zum vierten Mal trafen sich Photovoltaik-Fachleute aus Produktion, Lehre und Forschung zu der zweitägigen Veranstaltung. Am 7. und 8. November wurden 8 Plenar- und 7 Kurzvorträge sowie 20 Poster- und Firmenpräsentationen zum Thema „Photovoltaik und Energiewende“ vorgestellt.

Im Wesentlichen beleuchteten diese den Erkenntnisgewinn seit den letzten 2 Jahren – 2011 fand die dritte derartige Tagung statt – auf dem Gebiet der Photovoltaik. Im Mittelpunkt der Debatten stand, wie Wege zur Sicherung des PV-Standortes Deutschland gefunden werden können. Die einstimmige Meinung zu diesem Thema war, dass der vorhandene Vorsprung in Wissenschaft und Technik konsequent genutzt und zügig in die Produktion überführt werden muss. Dies sollte bei allen Wertschöpfungsstufen erfolgen. Außerdem wäre die Erschließung neuer Exportmöglichkeiten zu forcieren.

b_120_90_0_00_images_stories_Bild_2.JPGb_120_90_0_00_images_stories_Bild_4.JPGb_120_90_0_00_images_stories_Bild_5.JPGIMG_3910.jpg

Ein besonderer Schwerpunkt der Vorträge war, wie durch Rationalisierungseffekte die Produktionskosten gesenkt werden können und damit dem Preisdruck der Konkurrenz aus Fernost entgegengesteuert werden kann. Aber auch Alternativen, die zur Energiewende beitragen können, wurden aufgezeigt. So wurde vom Folienwerk Wolfen eine neue, leistungsfähige Laminierfolie präsentiert. Diese funktioniert ähnlich wie Solarmodule und können z. B. in der Architektur für die Stromerzeugung genutzt werden. Es wurde aber auch sichtbar, dass die regenerativen Energien Probleme mit sich bringen: Bei viel Wind und Sonne sind sie im Überfluss vorhanden. Bläst kein Wind und ist die Sonne hinter den Wolken, fällt kein Strom an. Um das auszugleichen wird nach effektiven Speichermöglichkeiten geforscht, die derartige Schwankungen abfangen können. Vom Fraunhofer IWM (Halle/Saale) wurde dazu eine neuartige Entwicklung zur Wasserstoffnutzung mittels Elektrolyseverfahren erläutert. Die Funktionsweise ist dabei, dass der erzeugte, aber nicht benötigte Strom zur Gewinnung von Wasserstoff aus Wasser verwendet wird. Dieser wird zwischengelagert und zum gegebenen Zeitpunkt in Wasser zurückverwandelt. Die dabei frei werdende Energie wird dann wieder zur Stromgewinnung eingesetzt. Auch einen Namen gibt es schon für das Projekt: „HYPOS – Grüner Strom für Ostdeutschland“.

Am Rande des Symposiums konnte die im Solar Valley Thalheim (Thalheim – ein Ortsteil von Bitterfeld-Wolfen) ansässige Solarindustrie Positives vermelden. Ein Vertreter der HANWHA Q CELLS GmbH berichtete, dass 50 neue Stellen in den Bereichen Forschung, Marketing und Vertrieb ausgeschrieben wurden. Damit herrscht am traditionsreichen PV-Standort zwar noch nicht eitel Sonnenschein, aber die Talsohle dürfte durchschritten sein.

b_200_150_0_00_images_stories_Bild_3.JPGEine gute Kunde kam auch von Dr. Tamara Zieschang, Staatssekretärin im Ministerium für Wissenschaft und Wirtschaft des Landes Sachsen-Anhalt. Sie führte aus, dass das Antidumpingverfahren für die fernöstliche Konkurrenz gegriffen und die deutsche Solarindustrie sich wieder gefangen hat. Der Preisverfall ist gestoppt und die deutsche PV-Produkte gewinnen an Bedeutung.

Die Veranstalter, allen voran die Technologie- und Gründerzentrum Bitterfeld-Wolfen GmbH und der Ortsverband Bitterfeld-Wolfen der Gesellschaft Deutscher Chemiker, hatten im Vorfeld überlegt, ob durch das doch deutlich veränderte Marktumfeld ein viertes Symposium zu stemmen ist (das Symposium findet seit 2007 aller 2 Jahre statt). Der Erfolg gibt Ihnen recht. Es konnten knapp 150 Teilnehmer aus ganz Deutschland im Städtischen Kulturhaus Bitterfeld-Wolfen begrüßt werden. Dass darunter zahlreiche Studenten und Doktoranden, die wiederum vorwiegend aus Hochschulen und Universitäten Mitteldeutschlands, waren, spricht auch für die Zukunft der Branche. Damit dürfte einer fünften Auflage der Veranstaltung nichts im Wege stehen. Alle Vorträge und Titel der Posterbeiträge sind auf der Homepage des Technologie- und Gründerzentrums Bitterfeld-Wolfen www.tgz-chemie.de zu finden.

Prof. Dr. Egon Fanghänel, Lothar Schwarz (Berater im TGZ)

 

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