SmartEnergy Ready to go?

Naturwissenschaft vom Experten lernen, Wissenschaft erlebbar machen – dafür steht der „Tag der Technik“, der am 25. Oktober für die Schülerinnen und Schüler des naturwissenschaftlichen Zweiges an der Landesschule Pforta stattfand.

 

In diesem Jahr eröffneten drei Vorträge den Projekttag und ermöglichten einen Einblick in Wissenschaft und Technik auf hohem inhaltlichen Niveau: Stefan Winter, Psychoanalytiker und Vater einer Pfortenserin, gab seine Antwort auf die Frage: „MINT und Mind. Ist die Seele auch Natur?“, und Dr. Harald Oehlmann von der Bad Kösener Elmicron GmbH sprach über den „Punktcode in der Medizintechnik-Sicherheit“.

Aus dem fernen Wien vom Zentrum für Molekulare Medizin war der Referent des Hauptvortrages, Dr. Martin Moder, angereist. Der Science-Slam Europameister 2014 beeindruckte mit klugem Witz und großem Fachwissen und gab den Schülerinnen und Schülern einen Einblick in aktuelle Forschungsarbeiten aus dem Bereich der Gentechnik.

Am Nachmittag durften die Pfortenserinnen und Pfortenser dann selbst aktiv werden und sich in zwölf unterschiedlichen Workshops praktisch mit Untersuchungsmethoden und Experimenten der verschiedenen MINT-Fachgebiete auseinandersetzen. Beispielsweise konnten Physik-Liebhaber im Workshop zum Thema Kernfusion Plasma-Experimente bewundern; leidenschaftliche Informatiker durften sich an der Spieleprogrammierung mit Unity 3D oder am Live-Hacking mit Pentests ausprobieren; technisch Geneigte sollten Werkstoffe mit Gedächtnisfunktion in Form bringen; Biologie-Begeisterte konnten Genom-Editierung mit der CRISPR/Cas-Methode kennen lernen; medizinisch Interessierte durften im Anatomie-Workshop das Verfahren der Biopsie an Schweinelebern testen oder im Workshop zum Thema Ultraschalltechnik die Leber ihres Mitschülers direkt auf dem Bildschirm betrachten.

Praktische Anatomie in 90 Minuten, Foto: Landesschule PfortaEin Einblick in die medizinische Ultraschalltechnik, Foto: Landesschule PfortaHaben Werkstoffe ein Gedächtnis? Foto: Landesschule PfortaSpiegelprogrammierung mit Unity 3D, Foto: Landesschule Pforta

Unter den Workshop-Leitern waren zum Beispiel Experten der Universität Leipzig, der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg und der Technischen Universität Bergakademie Freiberg, ebenso wie Alumni der Landesschule.

In bewährter Art und Weise unterstützte auch der Hallesche Bezirksverein des VDI den Projekttag, zum Beispiel durch zwei Workshopangebote. In Zusammenarbeit mit der Mitteldeutschen Netzgesellschaft Strom mbH fand der Workshop zum Thema „Smart Energy – ready to go?“ statt, bei welchem die Schülerinnen und Schüler Solarenergie und Brennstoffzellen experimentell erforschen konnten. Mit der Spannung in der Chemie beschäftigte sich die Gruppe um Herr Blauth von den VDI-Zukunftspiloten Halle. Ebenso vermittelte der Verein den Kontakt zum Klinikum Burgenlandkreis in Naumburg, welches dankenswerterweise ein medizinisches Ultraschallgerät zur Verfügung stellte, und trug damit wesentlich zum Gelingen des Projekttages bei.

Der Tag der Technik ist ein lohnendes und von den Schülerinnen und Schülern der Landesschule Pforta hochgeschätztes Format – und wird sicherlich auch im nächsten Jahr zum 22. Mal dazu beitragen, die technische Seite der Naturwissenschaften für die Jugendlichen greifbar zu machen.


Juliane Härtling
Landesschule Pforta