Fotos: Karsten Litzendorf

45 Teilnehmer trafen sich am 21.02.2019 zu einem Dialog Energieeffizienz unter dem Motto „Mitteldeutschland macht’s effizient - Energieeffizienz in der stoffwandelnden Industrie“ am Chemiestandort Dow in Schkopau. Eingeladen hatten die regionalen VDI-Arbeitskreise Wirtschaft und Technik sowie Verfahrenstechnik Mitteldeutschland gemeinsam mit dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) im Rahmen der Kampagne „Dialog Energieeffizienz“.


Eingeleitet wurde der Nachmittag durch den engagierten Übersichtsvortrag „Erhöhung der Energieeffizienz in der stoffwandelnden Industrie“ durch Prof. Bendix, Hochschule Merseburg. Anschließend wurden aktuelle Förder- und Wettbewerbsprogramme durch das BMWi und die Investitionsbank Sachsen-Anhalt vorgestellt. Axel Wipprecht und Dirk Trappe v ThEGA und LENA gaben einen Überblick zu herausragenden Energieeffizienzprojekten in Sachsen-Anhalt bzw. Thüringen.

Auf großes Interesse stießen die Fachvorträge zu Beispielen erfolgreicher Energieeffizienz-maßnahmen aus den mitteldeutschen Chemieunternehmen. So zeigte Yvsan Van Hoof, wie bei SOLVAY in Bernburg in einem Oxidationsprozess bisher verloren gegangene Energie bei der Entspannung von Prozessgasen durch den Einbau einer Expansionsturbine rückgewonnen werden konnte, und damit eine Einsparung von über 10.000 MWh/Jahr bei einem Rückzahlungszeitraum von 3,1 Jahren (durch Förderung 2,3 Jahre) erreicht wurde.

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Herr Lerch von FEW Chemicals, mittelständischer Spezialchemikalienhersteller in Bitterfeld-Wolfen, berichtete über erhöhte Wertschöpfung durch energetische Verwertung eines bisher entsorgten lösemittelhaltigen Filtrates in einem eigenen Holzvergaser-BHKW.

Rene Kolod von SKW Piesteritz erklärte eindrucksvoll, dass auch bei der inzwischen 100 Jahre alten Ammoniaksynthese durch kontinuierliche verfahrenstechnische Optimierung immer noch signifikante energetische Verbesserungen erzielt werden konnten.

Abschließend zeigte Thomas Räcke, wie sich die InfraLeuna, Betreiber des Chemieparks Leuna, durch eine Optimierung der Dampferzeugung und deren bessere Kopplung an die Stromerzeugung die Energiewende praktisch zu Nutze macht. Durch flexibles Agieren am Strommarkt - womit man dort noch lange nicht am Ende ist - können den Firmen am Standort wettbewerbsfähige Energiepreise angeboten werden. Alle Vorträge boten Stoff für interessante Diskussionen und Gespräche während der Tagung und in der Pause danach.


Karsten Litzendorf
Leiter VDI-Arbeitskreis
Verfahrenstechnik Mitteldeutschland

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