Am 14.09.2018 war es soweit. 12 Teilnehmer hatten sich für beide Tage angemeldet, 14 Teilnehmer waren im VDTC dabei. Das virtuelle Labor des Fraunhofer-Instituts ist Europas größtes 3D-Mixed-Reality-Labor, genannt „The Elbedome“. Begrüßt wurden wir von Frau Nicol Mencke und Frau Sara Rosenbohm, die uns zuerst über die Forschung im VDTC und das Partnernetzwerk Wirtschaft 4.0 informierten.

Foto: Fraunhofer IFF/Viktoria Kühne

Am Beispiel der Energienetzplanung über Landschaftsmodelle unter Beachtung von Wohngebieten und Umweltschutz wurde von Frau Mencke das Forschungsgebiet „Konvergente Infrastrukturen, virtuelle Raum- und Strukturplanung“ sehr anschaulich erläutert. Frau Rosenbohm gab dann einen Einblick in das Partnernetzwerk Wirtschaft 4.0.

Wirtschaft 4.0, die „vierte Revolution“ führt in allen Wirtschaftsbereichen einen digitalen Wandel in den Prozessen, Produkten und Services der Unternehmen durch den Einsatz von digitalen Technologien herbei. Dieser Wandel setzt keinen hohen Mechanisierungs- oder Automatisierungsgrad voraus. Deswegen ist die gesamte Wirtschaft – von Industrie bis hin zum Handwerk – unabhängig von Branche und Unternehmensgröße betroffen. Begriffe wie „Industrie 4.0″, „Arbeitswelt 4.0″,“Arbeit 4.0“, „Handwerk 4.0“ oder „Mittelstand 4.0“ sind daher als Teilmengen von „Wirtschaft 4.0“ zu sehen, die jeweils Verbesserungsbestrebungen durch den Einsatz digitaler Technologien und Geschäftsmodelle in den benannten Teilgebieten bezeichnen. Das Interesse daran zeigt die wachsende Anzahl an Partnerunternehmen. Eine Leitstelle organisiert und koordiniert, ein Kernteam wirkt richtungsgebend mit. Das Mittelstand 4.0 - Kompetenzzentrum Planen und Bauen organisiert gerade für den 7.11.2018 von 8.00-16.00 ein „Elbedome-Event: Erfolgreicher Planen und Bauen mit IT“.
 

 
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Höhepunkt für uns war aber der Schritt in das vom Fraunhofer IFF modernisierte Labor für virtuelle Simulation (VDTC). 2,5 Millionen Euro sind neu investiert, wovon 75 Prozent über Fördermittel der Europäischen Union abgedeckt wurden. Die restlichen Gelder kamen je zur Hälfte von Bund und Land. Das Labor gibt es seit 2006. 2007 besuchten wir es das erste Mal. Die starke Entwicklung ist deutlich zu erkennen. Auf einer Fläche von 400 Quadratmetern ist es möglich das Aussehen von Anlagen, Fabriken und Maschinen, die Ausstattung von Büros, Geschäfts- und Wohnräumen oder gar ganzen Städten im Maßstab 1:1 zu simulieren und durch den zusätzlichen Einsatz von Virtual-Reality-Brillen holografisch darstellen zu lassen. Über das begehbare 3D-Labor sollen Entwicklungen und Forschungsvorhaben zur Arbeitswelt von morgen vorangebracht werden. Jeder von uns testete mit der 3D-Brille die holografische Darstellung verschiedener Projekte 1:1.

Am Nachmittag begrüßte uns Frau Hartmann, Gästeführerin in der „Grünen Zitadelle“, Magdeburgs Hundertwasserhaus und gab einen Einblick in Geschichte und Gegenwart des Hauses. Gemeinsam durchstreiften wir das ganze Objekt. Sogar eine Wohnung konnten wir besichtigen. Dann gings zu den Sehenswürdigkeiten rund um den Domplatz und zu einer Besichtigung in den Dom.

Am Abend gab es einen Erfahrungsaustausch im Asien Restaurant – Hyaku Mizu in der Grünen Zitadelle. Frau Hartmann hatte uns den japanischen Namen ins Deutsche übersetzt: „Hunderwasser“.

Bild_3a_Wasserstrassenkreuz.gifBild_3b_Bauwerke-web.jpgBild_4_Sparschleuse_Rothensee-web.jpgBild_5_Ingenieurbau-Preis_2004-web.jpgBild_6_Modell_Kanalbruecke-web.jpgBild_7_Detail_Kanalbruecke-web.jpgBild_8_in_der_Schleuse_Hohenthurm-web.jpg

Der Samstag war dem Wasserstraßenkreuz Magdeburg gewidmet. Mit diesem Knotenpunkt ist eine Vision der Ost-West-Verbindung im Rahmen des Verkehrsprojektes Deutsche Einheit Nr.17 Realität geworden. Von 10.30 bis 17.30 Uhr, nur unterbrochen durch eine Mittagspause, führte uns Herr Lothar Tölle von der Magdeburger Urania durch die gesamte Technik. Beginnend am alten Schiffshebewerk Rothensee von 1938, über die neue Sparschleuse Rothensee, die den Mittellandkanal an den Magdeburger Hafen anbindet, ging es weiter zur längsten Kanalbrücke der Welt mit 918 m und zur Doppelsparschleuse in Hohenwarthe, immer mit Rundgang und Innenbesichtigung. Im provisorischen Info-Punkt der Gemeinde Hohenwarthe gab es einen Übersichtsfilm über Planung und Bau des gesamten Wasserstraßenkreuzes. Ich möchte hier nicht weiter in die imposante Technik einsteigen, weil ich dann kein Ende finde. Ich lege jedem Ingenieur ans Herz dorthin zu fahren und sich selbst ein Bild zu machen, was eine Sparschleuse ist, wie sie im Inneren aussieht und auch was die längste Kanalbrücke der Welt „im Innersten zusammenhält“, um mit Goethes Faust abzuschließen. Fachspezifische Führungen werden über die Urania Magdeburg angeboten:

Es war eine wunderbare und kurzweilige Zweitagesexkursion, die Renate und Reinhart Pulow für die Bezirksgruppe organisiert haben. Allen, die in diesem Bericht genannt und nicht genannt sind, aber einen Anteil am Gelingen hatten, sowie Dr. Ronald Oertel, der den Kontakt zum VDTC hergestellt hat, gilt der Dank aller Teilnehmer.


Dieter Gödicke
Hallescher BV des VDI Bezirksgruppe Burgenlandkreis