In den letzten Ausgaben der Ing.-Post  von 2016 habe ich einige Hinweise auf Basis der Feierlichkeiten am Maschinendenkmal in Hettstedt  zur Technikgeschichte gegeben. Da bei der Auswertung der Zugriffe großes Interesse an der Technikgeschichte beobachtet werden konnte, wurde ich gebeten weitere Beiträge zu liefern.


Diese Beiträge sind nur Anregungen und haben kein Anspruch auf Vollständigkeit. Bei Nachfragen wenden Sie sich bitte an mich (s. o.). Ich würde dann gerne weitere Einzelheiten kennenlernen bzw. Ihnen vermitteln. Heute nun ein Beitrag aus dem regionalen Umfeld:


b_150_278_0_00_images_stories_2017_2-2017_vdi-09-technikgeschichte_Lwowski-Victor-Nachruf-VDI-1-001web.jpgb_250_194_0_00_images_stories_2017_2-2017_vdi-09-technikgeschichte_Lwowski-Anzeige-Firma-1-001web.jpg1. Victor Lwowski  24.11.1841 – 23.08.1917
 

Victor Lwowski ist über Köthen (nach den heutigen Einstufungen als Jungingenieur) nach Halle gekommen und hat seine eigene Fabrik errichtet. Nach guten Geschäften erweiterte er die Firma und hat einen neuen Standort hinter der Gasanstalt der Halberstädter Straße für diese gefunden. Neben seinen fachlichen Aktivitäten hat er sich der technischen Entwicklung gewidmet. Dazu zählen auch mehrere Patente. U.a. Patent Nr. 2287 zu einem Maisch- Mahl- und Rühr-Apparat.

Auch nahm er Einfluss auf die Entwicklung der Stadt Halle. Er war 16 Jahre Stadtverordneter und hat z.B. für das Theater einen Kronleuchter gesponsert.

Für uns ist es interessant, dass er aktiv im VDI war. Durch seinen Einsatz konnte der Bezirksverein stabilisiert werden. Er war 1874 – 1879 und 1883 – 1887 Vorsitzender des damaligen Thüringer BV. Anderseits wurde sein Einsatz für den VDIauch mit der Wahl zum Vorsitzenden des VDI 1890 auf dem in Halle stattfindenden Ingenieurtag vorgenommen.

Ich hatte über das Hettstedter Denkmal begonnen, dessen Bau er beim VDI beantragt hatte und die Realisierung er beförderte, zu berichten. Er wurde auch als Ehrenmitglied (damals über die Bezirksvereine) des VDI ausgezeichnet.

Im Mai dieses Jahr hatte ich die Gelegenheit mit dem Urenkel von Victor Lwowski, Herrn Harald Lwowski, ein längeres Gespräch zu führen. Herr Harald Lwowski hat mir noch Dokumente gezeigt, die auch andere Auszeichnungen  seines Urgroßvaters belegen.

 
b_150_220_0_00_images_stories_2017_2-2017_vdi-09-technikgeschichte_Kopie-H.-F.-Lehmann-001-web2.jpg2. Heinrich Franz Lehmann  15.10.1847 – 28.07.1925b_150_205_0_00_images_stories_2017_2-2017_vdi-09-technikgeschichte_Wappen-Lehmann-001web2.jpg
 

Als ich mich mit der Gewerbe- und Handelsausstellung wegen Victor Lwowski beschäftigte, bin ich immer wieder auf das Bankhaus Lehmann in Halle gestoßen. Die Finanzorganisation der Ausstellung 1881 lag in den Händen von Herrn Lehmann. Das Bankhaus selbst hat sich rechtzeitig auf die technischen Entwicklungen und deren Finanzierung eingestellt bzw. spezialisiert.

Dies zu bekräftigen bedarf allerdings noch intensiver Untersuchungen. Herr Prof. Eike Lehmann, ehemaliger VDI – Präsident und Enkel, hat mir innerhalb der Familie zugesichert, weitere Informationen zum Bankhaus Lehmann, das doch in Halle sehr bekannt ist, zuleiten zu lassen. Z.B. ist es auch interessant zu hören, das Herr Riebeck um die finanzielle Unterstützung nachgesucht hatte. Heute würden wir sagen, dass diesWagniskapital ist, welches das Bankhaus Lehmann zur Verfügung gestellt hat.

 
3. Sonstiges – neue Ideen

b_284_160_0_00_images_stories_2017_2-2017_vdi-09-technikgeschichte_20170303_130418web.jpgb_113_160_0_00_images_stories_2017_2-2017_vdi-09-technikgeschichte_VDI_Junkers_an_Dr_Calwin_Rice_1927-web.pngb_284_160_0_00_images_stories_2017_2-2017_vdi-09-technikgeschichte_20170303_122120web.jpg 









Ebenfalls lohnenswert ist ein Besuch  das Junkers – Museum in Dessau. In letzter Zeit wurde zu Junkers auch im Fernsehen verstärkt berichtet. Junkers hatte auch im Namen des VDI zum Atlantiküberflug gratuliert. Anderseits ist die Zusammenarbeit des VDI Aachener BV mit dem Halleschen BV damit um ein weiteres Thema bereichert worden, weil Junkers in Aachen auch eine Professur gehabt hatte, bevor er nach Dessau ging.
 
Auch das Bismarckmuseum in Sachsen – Anhalt wurde renoviert und neu eröffnet.

Beim VDI – Archiv habe ich die Glückwunschmappe zum 80. Geburtstag einlesen können. In der Mappe sind interessanteweise von jedem Bezirksverein die Grußworte vorhanden.

Ich hoffe, damit das Interesse nach Informationen etwas getilgt zu haben.


Gerhard Brüsehaber
Leiter des AK „Technikgeschichte“ im Halleschen BV