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Die Stadtwerke Merseburg GmbH sind als Infrastrukturbetreiber und Energieversorger für die Versorgung der Stadt Merseburg mit Strom, Gas und Fernwärme verantwortlich. Darüber hinaus investieren die Stadtwerke Merseburg seit 2015 knapp 20 Mio. Euro in den Aufbau einer modernen Glasfaserinfrastruktur in Merseburg und Umgebung. Dadurch werden aktuell knapp 6.000 Kunden mit schnellem Internet und anderen Telekommunikationsdienstleistungen versorgt.


Im Jahr 2014 haben die Stadtwerke ein Umwelt- und Energiemanagementsystem nach ISO 14001 bzw. ISO 50001 eingeführt und zertifizieren lassen. Wesentliche Zielsetzung dieses Systems ist der Aufbau einer nachhaltigen Energieversorgung, die weitere Verringerung des Ausstoßes schädlicher Emissionen und insbesondere die Entwicklung hin zu einer klimafreundlichen Energieversorgung der Stadt Merseburg mit weitgehender Reduktion des Ausstoßes von klimaschädlichen Kohlenstoffdioxid. Im Zuge dessen wurde die Projektidee zur Nutzung von Abwärme am Industriestandort Leuna und damit der Entwicklung eine umweltfreundlichen Fernwärmeversorgung geboren.

Die Idee: Bislang ungenutzte Abwärme sollte einer sinnvollen Verwendung zugeführt werden. Die Stadtwerke Merseburg erzeugten zu diesem Zeitpunkt zwar bereits circa drei Viertel der jährlich in das über 40 km lange Fernwärmenetz eingespeisten 90 GWh Wärme in hocheffizienten Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen an insgesamt vier Standorten, allerdings wollten die Stadtwerke ihre Energieerzeugung noch effizienter gestalten. MVV Umwelt betreibt am Standort Leuna eine thermische Restabfallverwertungs- und Energieerzeugungsanlage (TREA). In der Anlage werden im Wesentlichen Abfälle aus der Region thermisch verwertet und somit Strom und Prozessdampf für den Chemiestandort Leuna erzeugt. MVV plante zum gleichen Zeitpunkt seine Rauchgasreinigung auf ein neues, innovatives Rauchgasreinigungsverfahren umzustellen. Neben der Einsparung an Betriebsstoffen konnte so zusätzlich Abwärme von bis zu zehn MW freigesetzt werden.


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Dies war die ideale Voraussetzung für die Entwicklung eines gemeinsamen Projektes zur Nutzung von Abwärme, welches beide Unternehmen gemeinsam über die folgenden Jahre ausgearbeitet und umgesetzt haben.

Endgültig freigemacht werden konnte der Weg aber mit der Investition der Stadtwerke Merseburg in Höhe von knapp elf Millionen Euro und durch den Erhalt einer Förderzusage der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) in Höhe von vier Millionen Euro. Diese finanziellen Unterstützungen haben das gemeinsam Vorhaben zur Nutzung industrieller Abwärme (KFW-Programm 494) maßgeblich unterstützt.

Während der zweijährigen Bauzeit haben die Stadtwerke Merseburg eine 3,2 lange Fernwärmeleitung von der Wärmeübertragerstation auf dem Gelände der TREA Leuna nach Merseburg in vier Bauabschnitten gebaut.

Im November 2020 erfolgte die Inbetriebnahme des letzten Bauabschnittes. Über die zwei neuen Anbindungen können künftig knapp 50 % des jährlichen Fernwärmebedarfs aus Abwärme eingespeist werden. Durch das Projekt sparen die Stadtwerke Merseburg circa 16.000 t pro Jahr an lokalen Kohlenstoffdioxid-Emissionen ein.


 https://www.stadtwerke-merseburg.de
Stadtwerke Merseburg GmbH
Guido Langer
Geschäftsführer