Wo erlebt man schon so etwas? Eine ganze Schule ist erfüllt vom Tüfteln, Experimentieren, Bauen und Testen von technischen Produkten. Das Gymnasium Gräfenhainichen richtet alle zwei Jahre einen Tag der Technik aus, unterstützt vom AK Technik und Bildung und der Bezirksgruppe Wittenberg. In diesem Jahr war es der 20. Oktober, an dem von der 5. bis zur 10.Jahrgangsstufe an einer technischen Aufgabe getüftelt werden musste.

Es wurden Teams gebildet, die sich vier Wochen lang auf ihre Aufgabe vorbereiten konnten. Das gesamte Kollegium, unabhängig von den verschiedenen Unterrichtsfächern, war inhaltlich und organisatorisch in die Vorbereitung und die Umsetzung der Aufgaben eingebunden. Die 5. Jahrgangsstufe baute Musikinstrumente, die 6-klässler entwickelten Flugobjekte, deren Flugeigenschaften sie der Natur abschauten. Vor der 7. Jahrgangsstufe stand die Aufgabe, ein mit einer Mausefalle angetriebenes Auto zu konstruieren. Da traten Zweiradautos gegen Vierradfahrzeuge mit CD-Rädern an und wetteiferten um die längste Fahrstrecke. Die Achtklässler „kochten“ Seife und die Jahrgangsstufe 9 sollte mit einem vorgegebenen Bausatz aus einem E-Motor, einem Kondensator und einem Getriebesatz eine Elektroauto bauen. Teams zu je drei Schülerinnen und Schülern komplettierten ihre Autos durch individuell mitgebrachte Materialien und schufen so eine Vielfalt von designten Autos, deren „Schöpfer“ an dem Design erkennbar waren. Bei einem stimmungsvollen Autorennen auf einer standardisierten Bahn in der Sporthalle wurden die drei schnellsten und die drei schicksten Autos ausgelobt. Dieses Projekt war nur möglich durch Unterstützung des Bildungszentrum Energie und envia M, die den Antriebsbausatz des E-Autos sponserten und praktische Hilfe vor Ort durch Azubis und ihrem Lehrmeister gaben.

Die 10- Klässler probierten sich in der Programmierung von Arduino-Chips aus und die 12- Klässler agierten als Tutoren in den jüngeren Jahrgangsstufen und unterstützten dort die paktische Arbeit.

Bionik_Flugmodelle.jpgPforta_Reinraumarbeitsplatz.jpgPforta_Robotik.jpgPforta_Zellkulturen-untersuchen.jpgRennstrecke_Eautos.jpgSeifen-kochen.jpgSieger_Mausefallenauto.jpgSiegerautos.jpgTeam_E-Auto.jpg

Einen besonderen Tag erlebten die Schüler der 11. Jahrgangsstufe in Betriebspraktika bei 13 Unternehmen in Wittenberg.

Ganz so praktisch wie im Gymnasium Gräfenhainichen ging es nicht zu am 19. Tag der Technik an der Landesschule Pforta am 27. Oktober 2016. Hier erleben nur die Schülerinnen und Schüler des naturwissenschaftlichen Zweiges einen Ausflug in die Welt der Ingenieure und angewandten Naturwissenschaftler. In diesem Jahr war der Vormittag zwei wissenschaftlichen Vorträgen gewidmet - der Erforschung von Impfstoffen zur Tuberkulosebekämpfung und der Einordnung biomimetischer Forschung und ihrer Umsetzung in die Technik am Beispiel des Lotuseffektes. Beide Referenten, Herr Prof. Imming von der Universität Halle und Herr Prof. Neinhuis von der Technischen Universität Dresden vertreten die genannten Forschungsgebiete seit vielen Jahren und konnten sehr anschaulich und authentisch über den Stand der Forschungen berichten. Am Nachmittag wurden 11 Workshops angeboten, die von Referenten aus der Wirtschaft und verschiedenen Universitäten geleitet wurden.

Dass der Tag der Technik inzwischen nachhaltig wirkt, zeigt die Tatsache, dass von den 11 Workshops 5 von ehemaligen Pfortenser Absolventen geleitet wurde.  Im nächsten Jahr steht ein Jubiläum an, da findet der 20. Tag der Technik statt, an dem das technische Handeln dominieren soll.


Elke Hartmann, AK Technik und Bildung
Rainer Wäntig, BG Wittenberg